Endocrine surgery

Die endokrine Chirurgie ist eine Fachrichtung innerhalb der allgemeinen Chirurgie und befasst sich mit der chirurgischen Behandlung der Erkrankungen von endokrinen Drüsen. Die endokrinen Drüsen stellen ein eng miteinander verbundenes Organsystem dar, das durch die Produktion spezifischer Hormone zahlreiche Stoffwechselvorgänge und den Energiehaushalt der Körperzellen regelt. Die Hypophyse, die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse und die Gonaden (Eierstöcke bei Frauen, Hoden bei Männern) sind die wichtigsten endokrinen Drüsen. 

Wann ist eine Operation notwendig?

In der Schilddrüse können sich gelegentlich isolierte Knötchen bilden, deren Ursprung immer abgeklärt werden muss. Knoten in der Schilddrüse sind sehr häufig, und die meisten von ihnen sind gutartig. Aber auch gutartige Knötchen können Schaden anrichten, denn wenn sie grösser werden, können die nahegelegenen Organe verdrängt werden. Bei einer sichtbaren Vergrösserung der Schilddrüse (bekannt als Struma oder Kropf) kann die Luftröhre verdrängt werden und dem Patienten Atembeschwerden verursachen. Zusammenfassend muss bei Verdacht auf ein bösartiges Leiden und bei grossen verdrängenden Knoten operiert werden.

Die vermehrte Produktion von Schilddrüsenhormonen durch einzelne Knoten (autonomes Adenom) oder durch die Schilddrüse als Ganzes (Morbus Basedow) verursachen eine Überfunktion mit typischen Symptomen (Gewichtsverlust, schneller Puls, Unruhe). In diesen Fällen ist eine medikamentöse Therapie angezeigt, um die Produktion der Schilddrüsenhormone einzuschränken. Häufig ist jedoch zur definitiven Behandlung eine Operation erforderlich, um diese Symptome endgültig zu behandeln.

Behandelte Krankheiten

Zu den häufigsten durch endokrine Chirurgie behandelten Erkrankungen gehören:

  • Struma der Schilddrüse: wird im Allgemeinen auch als „Kropf“ bezeichnet und ist eine häufige Schilddrüsenerkrankung, die durch eine Grössenzunahme der Schilddrüse gekennzeichnet ist. Die Struma kann diffus oder knotig sein, wobei es sich um einen einzelnen (solitären) oder um mehrere (multiple) Knoten handeln kann. In jedem dieser Fälle kann die Funktion der Drüse normal, erhöht oder verringert sein. Der mehrknotige Kropf ist das Ergebnis einer chronischen und kontinuierlichen Stimulation durch das Schilddrüsen-stimulierende Hormon Thyreotropin (TSH), das eine Vergrösserung verursacht. Bei einem grösseren Kropf, der Symptome durch Kompression benachbarter Strukturen verursacht, kann eine chirurgische Behandlung angezeigt sein, um das Erscheinungsbild der Erkrankung rechtzeitig und radikal zu korrigieren.
     
  • Maligne Tumoren: der Schilddrüse (papilläres, follikuläres, medulläres oder anaplastisches Karzinom), der Nebenschilddrüse, der Nebenniere (cortico-adrenales Karzinom, malignes Phäochromozytom) oder der Bauchspeicheldrüse (Gastrinom, Glukagonom).
     
  • Morbus Basedow: Autoimmunerkrankung, bei der die Schilddrüsenhormone vermehrt produziert werden (Hyperthyreose). Die Erkrankung geht häufig mit einer Vergrösserung der Schilddrüse (Kropf) und einer Orbitopathie (abnormales Hervortreten der Augen und dadurch mögliche Schädigung des Sehvermögens) einher. Zu Beginn der Erkrankung wird die Schilddrüsenfunktion durch eine medikamentöse Therapie (z. B. mit Neomerkazol) gedrosselt. Im Falle eines Rückfalls nach Absetzen des Arzneimittels muss das Schilddrüsengewebe jedoch vollständig entfernt werden, um die Autoimmunreaktion zu beenden. Die Operation ist besonders angezeigt für Patienten, die ausserdem an Orbitopathie und Kropf leiden sowie für Patientinnen, die schwanger werden möchten. 
     
  • Hyperparathyreoidismus: eine Erkrankung, die durch einen Überschuss an Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon - PTH) im Blut gekennzeichnet ist. Das PTH wird von den Nebenschilddrüsen produziert, vier linsengrossen Drüsen, die sich an der Rückseite der Schilddrüse befinden. Das Parathormon reguliert den Kalziumspiegel in den Geweben und im Blut. Die unkontrollierte Produktion von PTH durch eine oder mehrere Nebenschilddrüsen führt zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie). Die häufigsten Symptome sind Müdigkeit, Stimmungsstörungen, Gelenkschmerzen und Osteoporose. Eine Operation ist hier die Behandlung der Wahl.
     

Operationstechniken

Zusätzlich zum herkömmlichen chirurgischen Ansatz werden chirurgische Eingriffe an Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere und Bauchspeicheldrüse immer öfter mithilfe minimal-invasiver endoskopischer Techniken wie z. B. die MIVAT (Minimal-invasive videoassistierte Thyreoidektomie) und die MIVAP (Minimal-invasive videoassistierte Parathyreoidektomie) durchgeführt. Diese minimal-invasiven endoskopischen Techniken erfordern einen kleinen Einschnitt am Hals zum Einführen des Endoskops, das mit einer Videokamera und dem Instrument ausgestattet ist, mit dem die Endoskopie durchgeführt wird. Der Chirurg operiert anhand der auf einem Monitor angezeigten Situation. Die endoskopischen Eingriffe bei der Schilddrüsenchirurgie sind in der Regel Fällen vorbehalten, in denen die zu entfernenden Knötchen einen Durchmesser von nicht mehr als 3 cm aufweisen. 

Die minimal-invasive Chirurgie bietet dem Patienten nicht nur erhebliche Vorteile hinsichtlich der Verringerung postoperativer Schmerzen und der Verweildauer im Spital, sondern auch hinsichtlich der Ästhetik, da die durch den Eingriff hervorgerufenen Narben kaum sichtbar sind.

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