Steinzentrum

3. Behandlung

3.1. Notfall

In der akuten Phase ist eine Schmerzkontrolle das primäre Behandlungsziel. Zur Basisdiagnostik erfolgt eine Urin- und Blutuntersuchung. Es folgt die Ultraschalluntersuchung durch den urologischen Facharzt und die weitere radiologische Abklärung zur Erhärtung der definitiven Diagnose.

3.2. Konservative Therapie

Bei normalen Blut- und Urinwerten sowie einem nicht zu grossen Harnleiterstein, ist eine konservatives Vorgehen möglich. Es kann eine medikamentöse Unterstützung zum Abgang des Steines verschrieben werden. Im weiteren Verlauf sollten regelmässige Kontrollen durch den Urologen stattfinden um den Steinabgang zu bestätigen. Ein wichtiger Bestandteil ist das regelmässige Sieben des Urins durch den Patienten um den Stein aufzufangen.

3.3. Aktive Therapie

Steine sollten ab einer bestimmten Grösse, bei Grössenzunahme, auf Wunsch und selbstverständlich bei Symptomen behandelt werden. Insgesamt gibt es drei Methoden zu Therapie von Steinen die Extrakorporelle Stosswellenlithotryspie (ESWL), die Ureterorenoskopie (URS) und die perkutane Nephrolithotomie (PNL).

3.3.1. ESWL

Dabei werden die Steine von aussen unter radiologischer oder sonographischer Kontrolle zertrümmert. Dies geschieht durch fokussierte Schallwellen, welche durch die Haut auf den Stein übertragen werden. Dadurch wird der Stein zerkleinert und die Trümmerstücke sollten über den Urin ausgeschieden werden. Diese Therapie wird ambulant und mit oder ohne Narkose durchgeführt.

3.3.2. URS

Hierbei handelt es sich um eine Methode in der mit dünnen Instrumenten entlang der natürlichen Wege der Stein erreicht und vor Ort und unter direkter Sicht zerkleinert wird. Dadurch ist diese Methode sehr erfolgreich. Dazu braucht es keinen Schnitt aber eine Teil- oder Vollnarkose.

3.3.3. PNL

Bei der PNL handelt es sich um einen Eingriff, bei dem der Stein operativ direkt aus der Niere entfernt wird. Dazu benötigt es einen kleinen Hautschnitt und definitiv eine Vollnarkose.

3.3.4. Roboterassisterte Nieren- resp. Harnleitersteinen bei komplexen Steinformen

4. Prävention/Vorbeugende Massnahmen

Bei Patienten bei denen bereits Nierensteine diagnostiziert worden sind, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es wieder zu einem Steinereignis kommen kann. Aus diesem Grund wird der Urologe nach der definitiven Steinbehandlung eine Beurteilung vornehmen um zu bestimmen ob die betroffene Person zu einer niedrigen oder hohen Steinneubildung neigt. Dazu werden Blut- und Urinuntersuchungen sowie eine Steinanalyse benötigt. Bei geringem Risiko sind Umstellungen im Alltag genügend. Dazu gehören folgende Punkte: Trinken Sie ausreichend:

- Eine Trinkmenge von 2-3 Litern ist anzustreben
- Die Trinkmenge soll über den ganzen Tag gleichmässig verteilt sein
- Die Farbe des Urins sollte hell (lindenblütenteefarben)

Anpassung der Ernährung

  • Das Ziel soll eine ausgewogene abwechslungsreiche Kost sein
  • Viel Gemüse und Früchte (insbesondere Zitrusfrüchte)
  • Ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen
  • Genügend Einnahme von Calcium (mindestens 1000mg/Tag). Definitiv zu bevorzugen sind Calciumreiche Nahrungsmittel anstelle von Präparaten
  • Sehr salzreiche Nahrungsmittel und Nachsalzen von Speisen soll vermieden werden

Generelle Empfehlungen:

- Achten Sie auf Ihr Gewicht
- Bewegen Sie sich ausreichend

Sollten Sie zu einem hohen Risiko zu Steinbildung neigen ist eine weitere vertiefte Abklärung zu empfehlen. Dazu wird eine Reihe von Urin und Blutuntersuchungen stattfinden. Je nachdem wird Ihr behandelnder Urologe mit Ihnen die dementsprechenden Behandlungsmöglichkeiten besprechen